Friday, June 30, 2006

Taxi


Taxifahren ist in Japan sehr speziell. Es beginnt damit, dass man die Türen nicht selbst öffnet oder schließt, sondern der Fahrer einen Mechanismus betätigt, um dies zu tun. Der Fahrer ist in der Regel ein älterer Herr, der weiße Handschuhe trägt. Steht man mit viel Gepäck am Straßenrand, dauert es meist eine Weile, bis der Taxifahrer versteht, dass man nicht sofort einsteigen, sondern erst noch Gepäck im Kofferraum verstauen möchte.

Hat er das begriffen, öffnet er von innen den Kofferraum, möglicherweise entsteigt er auch seinem Wagen. Dass er einem aber behilflich wäre, das Gepäck im Kofferraum zu verstauen: Fehlanzeige. Mir wurde dabei höchstens interessiert zugeschaut. Aber große Taschen sollte man vermutlich ohnehin besser selbst hineintun, denn mancher Taxifahrer hat das Rentenalter schon vor langer Zeit erreicht, dass Schlimmstes zu befürchten wäre, würde er selbst schweres Gepäck heben.

Im Inneren sind die Taxisitze stets mit weißen Spitzenbezügen überzogen, zum Teil auf eine Weise, die es unmöglich macht, sich anzuschnallen. Die Verständigung ist jedoch selten ein Problem, so lange man einen Zettel mit der Zieladresse mit sich führt oder die japanischen Begriffe für rechts und links kennt und Anweisungen geben kann, wenn man den Weg weiß.

Die ersten zwei Kilometer werden pauschal abgerechnet, danach gibt es Kilometerpreise, die je nach Taxiunternehmen variieren können. Am Ziel angelangt gibt man KEIN Trinkgeld. Man bezahlt lediglich den Betrag vom Taxameter. Trinkgeld ist in Japan unbekannt und würde wohl eher als Beleidigung angesehen. Wie auch immer, die Tür öffnet sich, man steigt aus und hievt das Gepäck abermals alleine aus dem Kofferraum.

Seine Pausen verbringt der Taxifahrer übrigens gerne in seinem Wagen. Am Straßenrand bei laufendem Motor (für die Klimaanlage) isst und trinkt er und macht seinen Mittagsschlaf. Will er nicht gestört werden, hängt er vielleicht noch ein Tuch vors Fenster.

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